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Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Dorsten: Kennwerte direkt aus dem Untergrund

Technische Studien, die Ihr Projekt stützen.

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Bei der Erschließung des ehemaligen Zechengeländes Fürst Leopold im Dorstener Norden stand der Bauleiter vor einem klassischen Problem: Der Baugrund war heterogen, die alten Karten wiesen Auffüllungen und schluffige Sande der Lippeaue aus, doch der erforderliche Durchlässigkeitsbeiwert für die Versickerungsanlage ließ sich aus den Bohrprofilen allein nicht sicher ableiten. In solchen Situationen – und das kommt im Dorstener Raum mit seinen rund 77.000 Einwohnern und der wechselhaften quartären Überdeckung häufig vor – führt kein Weg am Felddurchlässigkeitsversuch vorbei. Ob Lefranc im Lockergestein oberhalb des Grundwassers oder Lugeon im klüftigen Fels des Unterkarbons: Erst die In-situ-Messung liefert jenen kf-Wert, auf den sich ein Wasserrechtsantrag oder eine Abdichtungsplanung stützen kann. Wir begleiten solche Projekte von der Erkundungsphase bis zur Auswertung und wissen, dass ein sauber ausgeführter Versuch mehr wert ist als ein Dutzend Laborproben, bei denen das Gefüge zwangsläufig gestört wird. Ergänzend setzen wir auf Verfahren wie die SPT-Bohrung, um die Lagerungsdichte parallel zu erfassen und das hydraulische Bild mit mechanischen Kennwerten zu hinterlegen.

Ein einziger Lefranc-Versuch im gewachsenen Feinsand liefert mehr belastbare Aussage als zwanzig Laborversuche an gestörten Proben – weil das Porengefüge im Feld intakt bleibt.

Unsere Leistungsbereiche

Vorgehen und Leistungsumfang

Was wir in Dorsten immer wieder beobachten: Sobald der Versickerungsnachweis auf Basis von Tabellenwerten geführt wird, tauchen im Bauablauf Überraschungen auf – weil der Schluffgehalt der Hochflutlehmdecken eben doch höher ist als angenommen oder weil die Feinsandlagen der Niederterrasse eine Anisotropie aufweisen, die nur der In-situ-Versuch zeigt. Der Lefranc-Versuch mit konstanter oder fallender Druckhöhe wird bei uns grundsätzlich mit einem Doppelpacker abgedichtet, damit ausschließlich die Zielschicht beaufschlagt wird und keine Kurzschlussströmung am Gestänge entsteht. Beim Lugeon-Test im Festgestein arbeiten wir mit fünf Druckstufen, um das Fließverhalten nach Houlsby interpretieren zu können – Aufweitung, Auswaschung, turbulente Strömung, jedes Regime hat seine eigene Signatur in der Druck-Mengen-Kurve. Die Protokolle führen wir nach DIN EN ISO 22282, Teil 2 und Teil 3, und dokumentieren jede Druckstufe mit einer Auflösung, die später vor der Unteren Wasserbehörde Bestand hat. Wo es die Fragestellung erfordert, kombinieren wir die Durchlässigkeitsmessung mit einer Schürfgrube, um Makrogefüge und Wurzelkanäle direkt anzusprechen, die den kf-Wert um Größenordnungen erhöhen können.
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Dorsten: Kennwerte direkt aus dem Untergrund
Technische Referenz — Dorsten

Lokaler geotechnischer Kontext

Dorsten liegt auf etwa 31 m NHN, die Ortsteile reichen von der Lippeaue bis auf die sandigen Rücken der Hohen Mark. Der mittlere Grundwasserflurabstand variiert zwischen weniger als zwei Metern in Auenlage und über zehn Metern auf den Terrassenkörpern – ein Parameter, der bei der Planung der Versuchstiefe entscheidend ist. Wer hier einen Versickerungsnachweis ohne Feldversuch führen will, riskiert, dass die berechnete Sickerleistung im Winterhalbjahr nicht ansatzweise erreicht wird, weil der Grundwasseranstieg den hydraulischen Gradienten kollabieren lässt. Ein unsauber gesetzter Packer oder eine nicht erkannte Leckage am Bohrlochmund verfälschen den kf-Wert schnell um den Faktor 10 oder mehr. Und genau diese Größenordnung entscheidet darüber, ob eine Rigole 20 oder 80 Meter lang werden muss – mit entsprechenden Folgen für die Baukosten und den Grunderwerb.

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Geltende Normen

DIN EN ISO 22282-2:2012-09 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Feldversuche – Teil 2: Versickerungsversuch (Lefranc), DIN EN ISO 22282-3:2012-09 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Feldversuche – Teil 3: Wasserdruckversuch (Lugeon), DWA-A 138 – Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser, DIN 18130-2 – Baugrund, Untersuchung von Bodenproben; Bestimmung des Wasserdurchlässigkeitsbeiwerts – Feldversuche

Technische Daten

ParameterTypischer Wert
Verfahren LockergesteinLefranc (konstante / fallende Druckhöhe)
Verfahren FestgesteinLugeon (5 Druckstufen nach Houlsby)
Gültiger kf-Bereich Lefranc10⁻² bis 10⁻⁷ m/s
PackersystemEinfach- oder Doppelpacker, pneumatisch
Normative GrundlageDIN EN ISO 22282-2, -3
DatenaufzeichnungDrucksensor mit 1-Sekunden-Intervall

Häufige Fragen

Welcher Versuch passt zu meinem Baugrund in Dorsten – Lefranc oder Lugeon?

Das hängt vom Untergrund ab. Im Lockergestein – Sande, Kiese, Schluffe, wie sie entlang der Lippe und auf den Terrassenflächen Dorstens dominieren – kommt der Lefranc-Versuch zum Einsatz. Sobald Festgestein ansteht, etwa die Ton- und Sandsteine des Unterkarbons oder Kreidesandstein, wechseln wir auf den Lugeon-Test. In der Praxis bohren wir ohnehin zuerst und entscheiden dann anhand des Aufschlusses, welches Protokoll das richtige ist.

Mit welchen Kosten muss ich für einen Felddurchlässigkeitsversuch in Dorsten rechnen?

Für einen einzelnen Lefranc- oder Lugeon-Versuch inklusive Bohrungsvorbereitung, Packereinsatz und Auswertung bewegen sich die Kosten üblicherweise in einer Spanne zwischen 620 und 930 Euro. Die genaue Summe richtet sich nach der Anzahl der Testhorizonte, der erforderlichen Bohrtiefe und dem Aufwand für die behördliche Dokumentation.

Wie lange dauert ein Durchlässigkeitsversuch vor Ort?

Reine Messzeit und Auswertung beanspruchen etwa einen halben Tag pro Testhorizont. Hinzu kommt die Bohrzeit für das Abteufen und den Ausbau der Teststrecke. Bei mehreren Horizonten in einer Tiefbohrung lässt sich der Zeitaufwand pro Versuch reduzieren, weil die Bohrmannschaft bereits steht. Wir planen in Dorsten üblicherweise mit einem vollen Feldtag für zwei bis drei Versuche.

Reicht ein Feldversuch für den Versickerungsnachweis gegenüber der Wasserbehörde?

Die Untere Wasserbehörde des Kreises Recklinghausen verlangt in der Regel einen In-situ-Nachweis, weil Laborwerte an gestörten Proben die tatsächliche Durchlässigkeit oft unterschätzen. Ein einzelner Versuch kann ausreichen, wenn der Untergrund homogen ist. Bei wechselnden Schichten – und das ist in Dorsten der Normalfall – empfehlen wir mindestens zwei bis drei Versuche in unterschiedlichen Tiefen, um ein belastbares Schichtenmodell zu erhalten.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Dorsten und Umgebung.

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