Bei der Erschließung des ehemaligen Zechengeländes Fürst Leopold im Dorstener Norden stand der Bauleiter vor einem klassischen Problem: Der Baugrund war heterogen, die alten Karten wiesen Auffüllungen und schluffige Sande der Lippeaue aus, doch der erforderliche Durchlässigkeitsbeiwert für die Versickerungsanlage ließ sich aus den Bohrprofilen allein nicht sicher ableiten. In solchen Situationen – und das kommt im Dorstener Raum mit seinen rund 77.000 Einwohnern und der wechselhaften quartären Überdeckung häufig vor – führt kein Weg am Felddurchlässigkeitsversuch vorbei. Ob Lefranc im Lockergestein oberhalb des Grundwassers oder Lugeon im klüftigen Fels des Unterkarbons: Erst die In-situ-Messung liefert jenen kf-Wert, auf den sich ein Wasserrechtsantrag oder eine Abdichtungsplanung stützen kann. Wir begleiten solche Projekte von der Erkundungsphase bis zur Auswertung und wissen, dass ein sauber ausgeführter Versuch mehr wert ist als ein Dutzend Laborproben, bei denen das Gefüge zwangsläufig gestört wird. Ergänzend setzen wir auf Verfahren wie die SPT-Bohrung, um die Lagerungsdichte parallel zu erfassen und das hydraulische Bild mit mechanischen Kennwerten zu hinterlegen.
Ein einziger Lefranc-Versuch im gewachsenen Feinsand liefert mehr belastbare Aussage als zwanzig Laborversuche an gestörten Proben – weil das Porengefüge im Feld intakt bleibt.
