Viele Tragwerksplaner unterschätzen, wie stark die Bodenverhältnisse im Lippetal variieren können. In Dorsten reichen die quartären Sande und Kiese der Niederterrasse teils bis nahe an die Geländeoberkante, während in Altarmen und Senken mächtige Auelehmpakete lagern, die kaum tragfähig sind. Genau hier setzt die Bemessung von Schottersäulen an: Statt das gesamte Bauwerk auf teuren Tiefgründungen abzustellen, verdichten wir den weichen Untergrund mit einem Raster aus grobkörnigen Säulen und schaffen so ein Hybridpolster, das Setzungen kontrolliert und die Lastverteilung optimiert. Für einen Gewerbebau in Dorsten-Holsterhausen mussten wir kürzlich nachweisen, dass die Säulen die geforderte Bettungsmodul-Erhöhung unter einer bewehrten Bodenplatte erreichen, ohne die angrenzende Lippe-Böschung hydraulisch zu beeinflussen. Die Analytik erfolgt nach DIN EN 1997-1 (EC7) mit ergänzenden Empfehlungen des Arbeitskreises Baugrundverbesserung, wobei wir die Säulensteifigkeit anhand von Ergebnissen aus dem Plattendruckversuch kalibrieren, den wir auf der Schottersäule selbst fahren.
Die Tragfähigkeit einer Schottersäule bemisst sich nicht allein am Durchmesser, sondern am Zusammenspiel aus Mantelreibung, Seitendruck und dem Verformungsvermögen des umgebenden Weichbodens.
