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Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion) in Dorsten: Baugrund präzise kartieren

Technische Studien, die Ihr Projekt stützen.

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Im nördlichen Ruhrgebiet, wo der Pliensbach-Sandstein unter quartären Ablagerungen des Lippetals ansteht, stoßen Ramm- und Drucksondierungen oft an ihre Grenzen. Dorsten, mit Ortsteilen auf der sandig-kiesigen Niederterrasse und anderen im Bereich der Halterner Sande, verlangt nach einer Erkundungsmethode, die laterale Inhomogenitäten sichtbar macht. Die seismische Tomographie liefert hier ein lückenloses Geschwindigkeitsmodell des Untergrunds. Statt punktueller Aufschlüsse erhält der Planer ein kontinuierliches Bild von Schichtneigungen, Verwitterungszonen und der wahren Felsoberkante. Gerade wenn eine Baugrube in den anstehenden Sandstein einschneidet oder eine Böschungsstabilität für tiefe Einschnitte an der Borkener Straße nachzuweisen ist, wird die Kenntnis der Scherwellengeschwindigkeit zum entscheidenden Standsicherheitskriterium. Für Infrastrukturprojekte entlang der Lippe ergänzen wir die Refraktionsseismik mit Schürfgruben, um die seismischen Grenzflächen lithologisch zu kalibrieren.

Tomographie verwandelt einen seismischen Wellenlauf in ein kontinuierliches Steifigkeitsprofil - ohne Bohrung und ohne Zerstörung des anstehenden Bodens.

Unsere Leistungsbereiche

Vorgehen und Leistungsumfang

Im Gegensatz zu vielen Regionen Deutschlands prägt Dorsten kein homogenes Lockergesteinspaket, sondern ein Wechsel von sandig-kiesigen Lippeterrassen, Geschiebelehmschleiern und dem unregelmäßig verwitterten Kreidesandstein. Die seismische Tomographie reagiert auf diesen Kontrast mit messbarer Präzision: Der Impuls eines beschleunigten Fallgewichts durchläuft Lockersande mit 400 bis 800 m/s, während der kompakte Sandstein bereits 2.200 m/s erreicht. Diese Differenz wird tomographisch in ein 2D-Modell umgesetzt, das selbst schmale Rinnenstrukturen oder Verwitterungstaschen von wenigen Metern Breite auflöst. Der typische Messaufbau in Dorsten nutzt Geophonketten mit 48 bis 96 Kanälen und eine Gesamtauslage von 80 bis 150 Metern, um Tiefen zwischen 20 und 40 Metern sicher abzubilden. Bei der Reflexionsvariante arbeiten wir mit einem Stapelverfahren, das Mehrfachreflexionen unterdrückt und selbst unter dem Grundwasserspiegel der Lippeauen verwertbare Signale liefert. Die Kombination mit einer CPT-Sondierung an einem Kalibrierpunkt verbessert die Umrechnung des seismischen Geschwindigkeitsmodells in geotechnische Kennwerte erheblich.
Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion) in Dorsten: Baugrund präzise kartieren
Technische Referenz — Dorsten

Lokaler geotechnischer Kontext

Der Strukturwandel im nördlichen Ruhrgebiet hat in Dorsten zahlreiche Konversionsflächen hinterlassen, deren Baugrund oft durch Auffüllungen, alte Fundamentreste und umgelagertes Haldenmaterial geprägt ist. Wer hier planiert und neu bebaut, ohne die laterale Ausdehnung dieser künstlichen Schichten zu kennen, riskiert unerwartete Gründungskosten. Die seismische Tomographie kartiert Auffüllungskörper als Niedriggeschwindigkeitszonen und grenzt sie gegen den gewachsenen Boden ab. Ein zweites Risiko stellen die teils tiefgründig verwitterten Sandsteinoberflächen dar: Was die Bohrung als tragfähigen Fels ausweist, kann in der Fläche eine schwache Zersatzzone sein. Nur das flächige Geschwindigkeitsbild zeigt, wo ein Polster von Sandsteinzersatz die Mantelreibung von Pfählen reduziert. Die DGZfP empfiehlt für solche heterogenen Untergründe eine Kombination aus Refraktions- und Reflexionsseismik, um sowohl das oberflächennahe Verwitterungsprofil als auch die Tiefenlage des unverwitterten Festgesteins zu erfassen.

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Geltende Normen

DIN EN ISO 22476-14:2020-03 - Geotechnische Erkundung und Untersuchung - Seismische Bohrloch- und Oberflächenverfahren, DGZfP-Merkblatt B4 - Seismische Tomographie für bautechnische Anwendungen, DIN 4020 - Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke

Technische Daten

ParameterTypischer Wert
Maximale Erkundungstiefe Refraktion25 bis 40 m unter GOK bei 120-m-Auslage
Maximale Erkundungstiefe Reflexion> 80 m (abhängig von Dämpfung und Stapelrate)
Genauigkeit Schichtgrenze± 0,3 bis 0,5 m bei ausgeprägtem Impedanzkontrast
Auflösung horizontal1 bis 2 m (Geophonabstand)
Typische QuellsignaleFallgewicht 50 kg, beschleunigt; optional Hammerschlag
DatenaufnehmerVertikalgeophone 4,5 Hz bis 14 Hz; 48/96 Kanäle
Normative GrundlageDIN EN ISO 22476-14; DGZfP-Merkblatt B4

Häufige Fragen

Was kostet ein seismisches Tomographie-Profil in Dorsten?

Für eine Standard-Refraktionsmessung mit 48 Geophonen und 120 Metern Auslage liegen die Kosten in Dorsten zwischen €2.110 und €4.400. Der Preis hängt ab von der Zugänglichkeit des Geländes, der Anzahl der Schusspunkte und davon, ob eine Reflexionsmessung oder eine Kalibrierbohrung integriert wird.

Welche Tiefe erreicht die Refraktionstomographie im Dorstener Sandstein?

Bei einer Auslage von 120 Metern und Anregung mit einem 50-kg-Fallgewicht dringen die seismischen Wellen zuverlässig 25 bis 35 Meter tief in den verwitterten Pliensbach-Sandstein ein. Die maximale Tiefe wird durch den Impedanzkontrast zum unverwitterten Fels markiert.

Kann die Messung auf asphaltierten oder betonierten Flächen durchgeführt werden?

Ja, die Geophone werden mit Haftplatten oder Kitt direkt auf befestigten Oberflächen angekoppelt. Auf Asphalt ist die Dämpfung minimal. Stahlplatten unter dem Fallgewicht verteilen die Energie gleichmäßig, sodass auch auf Industriebrachen oder alten Werksflächen gemessen werden kann.

Wie lange dauert eine Messkampagne inklusive Auswertung?

Die Feldarbeit für ein Profil ist an einem Tag abgeschlossen. Die tomographische Inversion und die Erstellung des Berichts mit interpretierten Schichtgrenzen und Geschwindigkeitsmodellen benötigen drei bis fünf Arbeitstage, abhängig von der Komplexität der Geologie.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Dorsten und Umgebung.

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