In Dorsten begegnet uns regelmäßig eine spezifische Untergrundsituation: die quartären Ablagerungen der Lippe überlagern hier oft die Mergelsteine des Münsterländer Beckens. Das führt zu teils abrupten Wechseln in der Tragfähigkeit, die man mit indirekten Methoden allein nicht zuverlässig erfasst. Eine Schürfgrube bringt hier Klarheit. Wir nutzen diesen direkten Aufschluss seit Jahren, um die tatsächliche Schichtenfolge auf den rund 171 Quadratkilometern Stadtgebiet zu dokumentieren – von Holsterhausen bis Hervest. Gerade in den Auenbereichen nahe der Lippe, wo mit Hochflutlehm und organischen Einlagerungen zu rechnen ist, liefert die visuelle Inspektion der Grubenwand unersetzliche Informationen. Ergänzend setzen wir dort auf den CPT-Versuch, wenn ein durchgängiges Profil ohne Probenstörung gefragt ist. Die Ergebnisse aus der Schürfgrube bilden die Basis für jede realistische Baugrundbeurteilung in Dorsten.
Erst der direkte Blick in den Untergrund durch eine Schürfgrube offenbart jene kleinräumigen Wechsel, die jedes Baugrundmodell in Dorsten entscheidend prägen.
