Ein sechsgeschossiges Wohngebäude am nördlichen Wesel-Datteln-Kanal in Dorsten – das hört sich auf dem Papier unkompliziert an. In der Baugrube zeigte sich dann das typische Bild: unter drei Metern lockerem Auelehm folgten eng gelagerte Lippesande, und ab zehn Metern der für Dorsten charakteristische Tonmergelstein. Der Projektsteuerer stand vor der Frage, wie tief die Pfähle wirklich reichen müssen, damit die Setzungen unter der zulässigen Grenze bleiben. Genau für solche Fälle rechnen wir die Pfahlgründungsbemessung nicht als Einheitslösung, sondern belastungsorientiert: Mantelreibung im Sand, Spitzendruck im Mergel und das Sicherheitskonzept nach EC 7-1. Dabei hilft uns die Erfahrung aus ähnlichen Untergründen im Stadtgebiet, etwa in Holsterhausen oder entlang der Bochumer Straße, wo der Verwitterungshorizont des Mergels oft stark schwankt. Auf Basis der Baugrunderkundung – oft mit einer Sondierung nach SPT zur ersten Schichteinstufung – legen wir das Verhältnis von Pfahlschlankheit zu Gruppenwirkung fest, bevor überhaupt die endgültige Statik ins Spiel kommt.
In Dorsten entscheidet oft die Übergangszone von Lippesand zu Tonmergel über das Tragverhalten der Pfähle – hier rechnen wir nicht pauschal, sondern schichtbezogen.
